Geschenke an Geschäftspartner

Machen Sie Geschenke an Geschäftspartner, sollten Sie folgende Punkte beachten:

Wenn der Inhaber einer Firma seinem Geschäftspartner etwas schenkt, kann er die Kosten dafür als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.

ACHTUNG:

  1. das Geschenk muss aus betrieblichen Gründen gemacht werden
  2. es darf damit keine Gegenleistung verbunden sein
  3. der Kaufpreis muss unter 35,00 Euro pro Jahr und beschenkter Person liegen (Freigrenze: ist der Betrag höher, ist der Kaufpreis komplett nicht mehr als Betriebsausgabe zu verbuchen – der Kaufpreis wird zur Privatausgabe = Entnahme aus dem Betriebsvermögen = privat in der Einkommensteuer nach § 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG versteuern)
  4. jedes Geschenk muss ab einem Wert von 10,00 Euro in der Buchhaltung mit dem Namen des Begünstigten und dem Anlass erfasst werden

Schenkt man seinem Geschäftspartner etwas, das er nur betrieblich nutzen kann, entfällt die 35-Euro-Freigrenze. Solche Geschenke dürfen teurer sein.

Zu beachten ist, dass der beschenkte Geschäftspartner das Geschenk als Einnahme behandeln muss. Daraus folgt, dass er für diese Einnahme Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zahlen muss. Um den Geschäftspartner damit nicht zu belasten, kann das Geschenk im Vorab pauschal mit 30% von uns versteuert werden. Am besten weisen wir ihn darauf hin, dass wir das Geschenk bereits versteuert haben, damit er die Steuer nicht auch noch zahlt. Laut Einkommensteuergesetz sind wir sogar verpflichtet, ihm dies mitzuteilen (§ 37b EStG).  Auch diese Pauschalsteuer kann von uns als Betriebsausgabe angesetzt werden.

Allerdings ist hier zu beachten, wer ein Geschenk pauschal versteuert, muss das für alle Kunden und alle Geschenke machen, ohne Ausnahme. Pro Person und Jahr dürfen Sie maximal Geschenke mit einem Wert bis 10.000 Euro pauschal versteuern.

Für kleinere Geschenke mit einem Wert bis zu 10,00 Euro wird keine Steuern fällig, hier spricht man von so genannten Streuartikeln.

Betriebsveranstaltungen

Zuwendungen des Arbeitgebers an die Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen sind kein Arbeitslohn wenn:

  • die Zuwendung bei solchen Veranstaltung auch üblich ist
  • die Betriebsveranstaltung herkömmlich (üblich) ist

„Übliche Zuwendung“ wird durch den Freibetrag von 110,00 € (bis 31.12.2014 als Freigrenze von 110,00 €) je Teilnehmer und Veranstaltung definiert. Der Freibetrag hat gegenüber der bisherigen Freigrenze den deutlichen Vorteil, dass selbst bei höheren Aufwendungen 110,00 € steuerfrei bleiben. Nur 2 Betriebsveranstaltungen im Jahr gelten als üblich. Analog zu A 72 (2) Satz 4 Nr. 2 LStR, bei der ein Pensionärstreffen
ebenfalls als Betriebsveranstaltung anerkannt wird, dürften Renter ebenfalls als Teilnehmer gelten. Ebenfalls kann z.B. ein eingeladener Pastor, der die als Träger der Einrichtung fungierende Kirchgemeinde vertritt, als Teilnehmer betrachtet werden.

Betriebsveranstaltungen sind:
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Genussmittel LStR

Genussmittel und Getränke (Kaffee, Tee, Cola, Mineralwasser, Zigaretten, Pralinen, Gebäck, Obst), die der Arbeitgeber den Arbeitnehmern zum Verzehr im Betrieb unentgeltlich oder verbilligt überlässt, bleiben steuer- und beitragsfrei. Eine wertmäßige Obergrenze enthalten die Lohnsteuer-Richtlinien nicht.

Der Begriff „Genussmittel“ ist eng auszulegen, z.B. Kantinenmahlzeiten gehören nicht dazu. Die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Speisen ist nur dann als Aufmerksamkeit steuerfrei, wenn sie während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes und wegen einer günstigen Gestaltung des Arbeitsablaufes überlassen werden. Der Wert von 60,00 € darf ebenfalls nicht überstiegen werden.

Aufmerksamkeiten

Im folgendenden einige grundsätzliche Merkmale, welche Aufmerksamkeiten im buchhalterischen Sinne kennzeichnen.

  • im gesellschaftlichen Verkehr üblich
  • keine ins Gewicht fallende Bereicherung des Arbeitnehmers
  • Sachzuwendungen z.B. Blumen, Genussmittel, Buch, Tonträger bis 60,00 Euro
  • für Arbeitnehmer oder seinen Angehörigen – besonderer Anlass oder persönliches Ereignis
  • Getränke und Genussmittel die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zum Verzehr im Betrieb überlässt – Wert unter 60,00 Euro
  • Speisen anlässlich eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes (z. B. außergewöhnliche betriebliche Besprechung) wenn das einer günstigen Gestaltung des Arbeitsablaufes dient – Wert unter 60,00 Euro
  • Geldzuwendungen sind stets Arbeitslohn

Gelegenheitsgeschenke

Gelegenheitsgeschenke

  • sind Sachzuwendungen von geringem Wert (Blumen, Buch, Tonträger)
  • nur aus besonderem Anlass (Geburtstag, Heirat …)
  • Wert darf ab 01.01.2015 60,00 € (vorher 40,00 €) nicht übersteigen

Wird die 60,00 € Freigrenze überschritten, ist die Zuwendung in vollem Umfang steuer- und beitragspflichtig.

Geldgeschenke sind stets steuer- und beitragspflichtig.
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Mobilfunkgeräte, Tablet-Computer nach § 13b UStG

Zusätzliche Informationen zum Thema Mobilfunkgeräte, Tablet-Computer nach § 13b UStG.

Die Rechtsgrundlage für die Steuerschuldumkehr bei z.B. Lieferungen von Mobilfunkgeräten, Tablet-Computern und Spielekonsolen, sofern die Auftragssumme über 5000 € im Jahr liegt, ist § 13b Abs. 2 Nr. 10 in Verbindung mit Abs. 5 des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Beispiele sind im 13b.7 UStAE aufgeführt.

Navigationsgeräte, Spielkonsolen, MP3-Player, Antennen, Kondensatoren, und elektronische Filter gehören nicht zu den Geräten, die der Steuerschuldumkehr unterliegen.

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Abfallwertstoffe und Metalle nach § 13b UStG

Zusätzliche Informationen zum Thema Abfallwertstoffe und Metalle nach § 13b UStG.

Die Rechtsgrundlage für die Steuerschuldumkehr bei Abfallwertstoffen und Altmetallen ist § 13b Abs. 2 Nr. 7 in Verbindung mit Abs. 5 des Umsatzsteuergesetzes (UStG). In der Anlage 3 des UStG werden die betreffenden Stoffe und Materialien gelistet. Weiterhin sind Beispiele im 13b.4 UStAE aufgeführt.

Auch die Lieferung von Gold unterliegt laut dem Umsatzsteuergesetz der Steuerschuldumkehr. Dazu bilden die Rechtsgrundlage § 13b Abs. 2 Nr. 9 und der Abschnitt 13b.6 UStAE.

Lieferungen von unedlen Metallen, welche in der Anlage 4 des Umsatzsteuergesetzes aufgeführt sind, unterliegen seit dem 1. Oktober 2014 ebenfalls der Steuerschuldumkehr (§ 13b Abs. 2 Nr. 11).

Ist der Abfallwertstoff oder das Metall weder im Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) aufgeführt, noch in den Anlagen 3 und 4 des Umsatzsteuergesetzes, sollten Sie sich dafür eine unverbindliche Zolltarifauskunft für Umsatzsteuerzwecke „uvZTA“ bei der Zollabteilung des Bundesministeriums der Finanzen einholen, unter www.zoll.de.

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Gebäudereinigungsleistungen nach § 13b UStG

Zusätzliche Informationen zu Gebäudereinigungsleistungen nach § 13b UStG.

Seit 2011 gilt für Gebäudereinigungsleistungen, die Gebäudereiniger für andere Gebäudereiniger erbringen, das Prinzip der Steuerschuldumkehr („Reverse-Charge“). Das bedeutet, dass der leistende Rechnungssteller nicht mit 19% Umsatzsteuer abrechnet, sondern netto. Der auftraggebende Gebäudereiniger führt auf den Leistungsbezug die Umsatzsteuer im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung an sein Finanzamt ab. In der gleichen Voranmeldung kann er die berechnete Steuer als Vorsteuer geltend machen. Rechtsgrundlage ist § 13b Abs. 2 Nr. 8 in Verbindung mit Abs. 5 des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Der Gesetzgeber erhofft sich damit, Vorsteuerbetrügereien einzudämmen. Bis zum 30.09.2014 musste beiden Unternehmen der Vordruck UST 1G vorliegen. Gebäuderreinigungsunternehmen erhalten nun seit dem 01.10.2014 die neue Bescheinigung UST 1 TG, die bisherige Anlage UST 1 G wird ersetzt.

Beispiele für Gebäudereinigung laut Abschnitt 13b.5 UStAE:

  • Reinigung von Gebäuden und Gebäudeteilen, die fest mit den Grundstück verbunden sind (nicht Bürocontainer, Baubuden, Kiosk)
  • Fassaden- und Fensterreinigung innen und außen
  • Bauendreinigung, Reinigung von Regenrinnen und Fallrohren
  • Hausmeister und Objektbetreuung, wenn die Gebäudereinigung enthalten ist

Keine Gebäudereinigung:

  • Schornsteinreinigung
  • Schädlingsbekämpfung
  • Winterdienst
  • Reinigung von Inventar

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Bauleistungen nach § 13b UStG

Zusätzliche Informationen zu Bauleistungen nach § 13b UStG.

Der § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG regelt die Steuerschuldumkehr, wenn zwei bauleistende Unternehmen miteinander Geschäfte machen. Das bedeutet, dass das leistende Bauunternehmen dem leistungsempfangenden Bauunternehmen eine Rechnung ohne Umsatzsteuer ausstellt. Das Unternehmen, welches die Bauleistungen empfängt, hat die Umsatzsteuer abzuführen.

Im Jahr 2014 gab es hier einige Änderungen. Für Aufträge die vor dem 14.02.2014 begonnen wurden, genügte die Freistellungsbescheinigung nach § 48 EStG damit die Steuerschuldumkehr anzuwenden war. Ab dem 14.02.2014 bis zum 30.09.2014 war die Steuerschuldumkehr anzuwenden, wenn beiden Unternehmen eine Freistellungsbescheinigung vorlag und der Leistungsempfänger eine schriftliche Bestätigung abgab, dass die Bauleistung von ihm weiterverwendet wird. Seit dem 01.10.2014 ist es nun zwingend erforderlich, dass beiden Unternehmen der amtliche Vordruck UST 1 TG vorliegt. Dieser Vordruck wird bauleistenden Unternehmen vom zuständigen Finanzamt ausgestellt. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen nachhaltig Bauleistungen ausführt. Mit nachhaltig sind hier 10 % des Umsatzes (Weltumsatzes) gemeint (13b.3 UStAE).

Beispiele für Bauleistungen an Bauwerken laut Abschnitt 13b.2 UStAE:

  • Herstellung, Instandhaltung, Änderung, Abbruch
  • Außenanlagen, Erdarbeiten, Rohbau mit Dach, Innenausbau
  • Reparatur- und Wartungsarbeiten über 500 Euro

Keine Bauleistungen:

  • Planung und Überwachung
  • Materiallieferung, Miete für Arbeitsgeräte

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Leistungen im Ausland

Einige Zusatzinformationen bei Leistungen im Ausland!

Hier stellt sich grundsätzlich die Frage, wo ist die Leistung umsatzsteuerpflichtig, in Deutschland oder im Ausland? Um diese Frage zu klären, sollte man zwischen Geschäften mit ausländischen Unternehmen oder Privatpersonen unterscheiden.

Ist der ausländische Kunde ein Unternehmer, so ist die Leistung in dem Land umsatzsteuerpflichtig in dem der Kunde seinen Firmensitz hat (§ 3a Abs. 2 UStG).

Wenn der Leistungsempfänger jedoch eine Privatperson ist, wird die Umsatzsteuer in dem Land des leistenden Unternehmers erhoben (§ 3a Abs. 1 UStG).

Von dieser grundsätzlichen Regelung gibt es jedoch einige Ausnahmen, diese finden wir ebenfalls im § 3a des Umsatzsteuergesetzes.

  1. Der § 3a Abs. 3 Nr. 1 UStG regelt, dass sonstige Leistungen welche im Zusammenhang mit einem Grundstück ausgeführt werden dort umsatzsteuerpflichtig sind, wo das Grundstück liegt. Zu diesen sonstigen Leistungen gehören zum Beispiel Mieten und Pachten oder Baumaßnahmen an einem Haus. (Ausnahmen sind Finnland und die Schweiz)
  2. Bei der kurzfristigen Vermietung eines Beförderungsmittels ist der Ort der Leistung da, wo das Beförderungsmittel dem Empfänger tatsächlich zur Verfügung gestellt wird (§ 3a Abs. 3 Nr. 2 UStG). Handelt es sich jedoch um eine langfristige Vermietung von Beförderungsmitteln an Privatpersonen, so gilt der Wohnsitz des Leistungsempfängers als Leistungsort.
  3. Bei kulturellen, künstlerischen, wissenschaftlichen, sportlichen und unterrichtenden Tätigkeiten für Privatpersonen wird die Umsatzsteuer in dem Land berechnet, in dem die Tätigkeit ausgeführt wird (§ 3a Abs. 3 Nr. 3 UStG). ACHTUNG NEUREGELUNG AB 2015!
  4. Bei Eintrittsgeldern für Veranstaltungen und Messen wird die Umsatzsteuer in dem Land berechnet, indem die Veranstaltung stattfindet (Ausnahmen: Schweiz, Schweden). Siehe dazu (§ 3a Abs. 3 Nr. 5 UStG).
  5. Im § 3a Abs. 4 UStG werden die so genannten Katalogleistungen an Privatpersonen mit Sitz im Drittland geregelt. Zu diesen Leistungen zählen zum Beispiel Urheberrechte, Markenrechte, Patente, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Leistungen von Rechtsanwälten, Patentanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Dolmetschern und Übersetzern, Ingenieure, außerdem Gestellung von Personal und Leistungen im Zusammenhang mit der Datenverarbeitung. Es gibt weitere Leistungen die im Einzelfall abgeprüft werden sollten. In diesen Fällen ist die Umsatzsteuer im Land des Leistungsempfängers zu berechnen.
  6. Der § 3a Abs. 8 UStG regelt, dass Veranstaltungsleistungen im Zusammenhang mit Messen und Ausstellungen, als im Drittlandsgebiet ausgeführt zu behandeln sind. Erbringt ein Unternehmen eine Leistung auf dem Gebiet der Telekommunikation, so ist diese auch im Drittlandsgebiet umsatzsteuerpflichtig, wenn sie dort genutzt oder ausgewertet wird.

Unternehmernachweis EU-Ausland

Bei Geschäften innerhalb der EU Mitgliedstaaten hilft uns die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Der Rechnungsaussteller ist dazu verpflichtet diese Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu prüfen. Außerdem muss die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mit dem Ort der Leistung übereinstimmen. Sind diese Vorgaben erfüllt, kann die Rechnung ohne Umsatzsteuer ausgestellt werden.

Unternehmernachweis Drittland

Bei Geschäften außerhalb der EU Mitgliedsstaaten muss man selbst herausfinden ob der Kunde Unternehmer ist oder nicht. Man kann zum Beispiel eine Bestätigung vom Kunden selbst anfordern oder von dessen Finanzamt.

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EU Ausland empfangene Dienstleistung
Drittland empfangene Dienstleistung
EU Ausland erbrachte Dienstleistung
Drittland erbrachte Dienstleistung